Ein Jahr Radio-WG: Die Wohngemeinschaft, die zufällig ein Sendestudio hat

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Montag, 10. August 2026, 20:00–22:00 Uhr (CEST)

Manche Radiosendungen entstehen in Konferenzräumen, mit Konzeptpapier, Zielgruppenanalyse und einem Namen, den drei Leute abnicken mussten.

Die Radio-WG entstand unter der Dusche.

Genauer gesagt: bei Matthias Döhla, 18 Jahre lang Bürgermeister einer 3.500-Einwohner-Gemeinde im Hofer Land, davor Informatiker, davor Jugendradio-Mitbetreiber, immer schon Radiomensch. Im Sommer 2025 vertrat er gemeinsam mit Jürgen Beer unseren Matuschke — und irgendwo zwischen Shampoo und Handtuch stand die Idee im Raum: Was, wenn eine Radiosendung einfach eine WG wäre?

Chef Willi Zwingmann fand’s gut. Die Hörer fanden’s gut, und diesen Montag wird die WG ein Jahr alt.

Wer hier wohnt

Jürgen Beer bringt den weiten musikalischen Horizont mit und die Philosophie „50% weniger Hits” — Schätze, die es nie ins Mainstream-Radio geschafft haben, obwohl sie großartig sind.

Mike T. hat seine Radiokarriere mit zwölf Jahren beim Kinderradio des Hessischen Rundfunks begonnen, war in den 90ern bei AFN Frankfurt und betrieb zehn Jahre lang seinen eigenen Indie- und Alternative-Sender. Psychedelic Rock ist bei ihm keine Phase, sondern ein Zustand.

Matthias Döhla, im Haus nur „der Bürgermeister”, war schon DJ vor zweitausend Leuten, bevor er Verwaltungsakten unterschrieb.

Und dann ist da Patrick. Er wohnt laut WG-Mythologie im Keller. Wenn er hochkommt, bringt er die Klassiker mit, bei denen alle sagen: „Stimmt, der war ja genial!”

Was in zwölf Monaten passiert ist

Aus einer Idee wurde ein fester Montagabend — und nebenbei eine ganze Reihe von Ausgaben, die deutlich länger dauerten als geplant:

  • 24. Dezember 2025 — „Wir warten aufs Christkind”, drei Stunden Heiligabend-WG
  • 8. Februar 2026 — vier Stunden zum ersten Geburtstag von Feelgood.fm
  • 16. Februar 2026 — das (Faschings-)Party-Special
  • 30. März 2026 — die „Arschlange”-Spezialausgabe, fast fünf Stunden am Stück
  • 4. Mai 2026 — Zauberer Joschka zu Gast, im Radio, wo man nichts sieht

Musikalisch ist die WG in diesem Jahr durch so ziemlich alles gestreift, was Spaß macht: 60s- und 70s-Kult, Indie, Alternative, Neue Deutsche Welle, Krautrock, Soundtrack-Schätze, Pop, und gelegentlich die schrägeren Ecken. Es gilt weiterhin das Hausgesetz: Wenn’s gut ist, darf’s gespielt werden.

Ob ein Titel Kult oder Krach ist, wird selbstverständlich weiterhin ausdiskutiert. Das gehört zum WG-Alltag.

Montag ist Jubiläum

Am Montag, 10. August, ab 20:00 Uhr feiert die WG ein Jahr Radio — mit Jürgen, Mike T., dem Bürgermeister und, sofern er den Weg nach oben findet, Patrick.

Wer ein Jahr lang mitgehört hat, weiß, was ihn erwartet. Wer noch nie dabei war: Es ist ungefähr so, als säße man mit dreien am WG-Küchentisch, während die Songs laufen und die Geschichten daneben.

Küche ist offen. Getränke bringt jeder selbst mit.

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